Ursachen der Dyskalkulie

Wie auch bei der Dyslexie, ist eine Dyskalkulie keinesfalls abhängig von der Intelligenz. Kinder mit einer Rechenstörung sind genauso schlau wie ihre Klassenkameraden. Die Ursachen liegen auch hier in einer komplexen Kombination aus mehreren Fakotren:

1. Der genetische Faktor
Liegt eine Rechenstörung bereits bei einem Elternteil vor, so ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an einer Dyskalkulie erkrankt erhöht. Dieser Faktor allein führt jedoch noch nicht zwangsläufig zu einer Rechenstörung.

2. Der neurophysiologische/neurobiologische Faktor
Um die Grundrechnungsarten anzuwenden und mathematische Aufgaben lösen zu können, bedarf es im Gehirn an einem Zusammenspiel mehrerer Regionen. Auffällig bei dyskalkulen Kindern ist, dass die Gehirnregionen, welche für das Mengenverständnis und das Verständnis für Zahlenräume verantwortlich sind, einer untypischen Entwicklung und Aktivität unterliegen.

3. Der entwicklungsbedingte Faktor
Wenn wir etwas lernen, knüpfen wir an Vorläuferwissen und bereits Erlenten an. Auch beim Erwerb von Rechenfertigkeiten und mathematischer Kompetenzen greifen wir auf unser Wissen zurück. Wie zum Beispiel bei der Anforderung, wann und wo bestimmte Symbole und Zeichen gelten. Auch auf mathematische Strukturen, der Beziehung zwischen Objekten, logische Konzepte und Regelsysteme greifen wir auf unser Vorwissen zurück. Durch das Ausbalancieren dieses Defizites, können früh und dauerhaft eingeübte Fehler in der Anwendung der mathematischen Logik zu deutlichen Schwächen in der Rechenleistung führen.   

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